HEIMSPIEL.

INTERPIXEL/EVA MARIA WÜRTH UND PHILIPPE SABLONIER.
GARTENZWERG IM KOPF - HINTERGRUND

«Es ist ein so ausserordentlicher Unterschied zwischen der Art, wie man wirklich lebt und wie man leben sollte, dass alle, die bloss darauf sehen, was geschehen sollte, und nicht auf das, was wirklich geschieht, eher ihren Untergang als ihre Erhaltung erleben».
Diese vom italienischen Staatspolitiker und Philosophen Niccol� Machiavelli zu Beginn des 16. Jahrhunderts formulierte Aussage hat ihre Aktualit�t bis heute beibehalten.

 

Ich oder die anderen

Seit Machiavelli sind 500 Jahre vergangen und die wirtschaftlichen und damit machtpolitischen Zusammenh�nge sind global geworden. Kritische Stimmen, vornehmlich aus reichen L�ndern, sehen in den Globalisierungstendenzen eine grosse Gefahr. Die gegenseitige Beeinflussung von Konsumg�terproduktion, Konsumverhalten und der Generierung von Bed�rfnissen wurzelt auch dort, wo die Kritik herkommt: bei sich selbst. Nur wenige Menschen erleben sich als Teil eines komplexen wirtschaftlichen Gef�ges mit Eigenverantwortung. Viele bezichtigen deshalb die anderen des B�sen. Es stellt sich die Frage, ob sie sich in Machtpositionen anders verhalten w�rden und ob es nicht ein ungeschriebenes Gesetz des Marktes gibt, wonach der Faktor Mensch alle hehren Ziele vereitelt und nach Machiavelli derjenige untergeht, der nicht selbst nach Macht und Kontrolle strebt und dabei andere, ob bewusst oder unbewusst, ausbeutet.

 

Geschlechtsbezogene Lohnunterschiede

Die Konsumg�terwelten leben nicht nur von der Billigproduktion in anderen L�ndern, sondern auch von der Ausgrenzung und Benachteiligung eigener Bev�lkerungsschichten. Noch immer betr�gt die Lohndifferenz zwischen Frauen und M�nnern in der Schweiz bei den unter 45-J�hrigen 24% und bei den �ber 45-J�hrigen 34,5% (Quelle: Fachstelle Gleichberechtigungsfragen des Kantons Z�rich, 2003).
Oder in Lohnfranken ausgedr�ckt: Bel�uft sich der Lohn eines Mannes auf 4000 Franken, bekommt eine Frau f�r die gleiche Arbeit 3040 bzw. 2620 Franken. Noch immer ist es zu 90% die weibliche Bev�lkerung, die gemeinn�tzige Arbeiten wie zum Beispiel Kinder-, Kranken- und Altenbetreuung ohne Entgelt oder unterbezahlt erbringt � eine wichtige Leistung mit wenig Prestigegewinn, ohne die unser Gesellschaftssystem kollabieren w�rde.

 

Kosteneffizienz dank Ausgrenzung

Ausserdem erledigen in der Schweiz Zehntausende von Migrantinnen und Migranten Billiglohnaufgaben, viele davon in Schwarzarbeit. Schwarzarbeit kennt keinen Sozialschutz und keinen Mindestlohn. Zum Vorteil der Auftraggebenden. In der Schweiz lebende Ausl�nderinnen und Ausl�nder werden nur z�gerlich in das politische und gesellschaftliche Leben integriert. Die H�lfte davon sind in der Schweiz geboren oder hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Trotzdem werden sie als Fremde stigmatisiert und dadurch abgemindert. Sie geniessen nicht die gleiche Achtung und laufen Gefahr, als kosteng�nstige Arbeitskr�fte ausgebeutet zu werden. Eine Gesellschaft, die einerseits das Globalisierungsverhalten kritisiert und anderenseits gleichzeitig im Konsumg�terrausch diese Entwicklung vorantreibt, ist widerspr�chlich.

 

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